Hello - my name is bernd appel and I'm the webmaster of
www.the-samana-page.com. This is the biggest german website about the samana peninsula. Also the german speaking people all over the world are shocked about the rockash scandal in arroyo barril. We trying also hard, to organize someting an we are active in germany, swiss and austria and for shure in samana.
i was last week in arroyo barril to make some pictures and for an article. This article was sendet to hunderts of people all over the world. Here is the text in german:
Freitag, 23. April 2004
!Wo ist eigentlich Kim Bedall?
Derzeit geistert ein Gespenst durch die internationale Presse, durch dominikanische TV Stationen und das weltweite Internet. Das Gespenst heißt Rockash, und liegt seit Januar tonnenweise auf dem Gelände des internationalen Hafens von Samana in Arroyo Barril. Die graue Masse sticht dem Besucher ins Auge, rund 4 Meter hoch aufgetürmt, zwischen 30 und 80 m breit über eine Länge von rund 200 m wahllos zwischen die Palmen gekippt, deren Stämme verloren wie Strohhalme aus dem grauen Haufen rausragen. Das umstrittene Material wurde dabei zum Teil bis direkt ans Meer gekippt. Durch Regen und Wind wird es seither auf der ganzen Front ins Meer gespült. Man spricht von 40.000Tonnen. Unmittelbar hinter der hohen Hafenmauer, die das verseuchte Gelände zur Ortschaft und der Hauptverkehrsstrasse hin begrenzt, leben einige dominikanische Familien und betreiben dort ihre Geschäfte.
Rockash ist laut Information aus der internationalen Presse ein Abfallprodukt der Energiegewinnung, kommt aus den Vereinigten Staaten von Amerika und ist, laut Aussage von Kennern der Materie und diverser Medien, hochtoxisch. Den Menschen vor Ort hat man aber was anderes erzählt und diese meinen „Alles Lüge!“ ,das Zeug sei völlig harmlos und könne sogar zum Strassenbau verwendet werden. Vor dem Ayudamiento von Arroyo Barill soll auch schon Rockash zur Parkplatzverbreiterung verwendet worden sein. Der Platz ist frisch gemacht und wurde mit Calice (Korallenabraum) gedeckt.
So also ist in Arroyo Barril / Samana die Lage seit Jannuar 2004. Bis vor kurzem kam jeweils am Donnerstag eine mit Rockash vollgeladene Barkassen aus Puerto Rico nach Arroyo Barril (mit anscheinend gültigen Papieren) und löschte die Ladung auf dem Hafengelände, indem man es auf Lastwagen lud und an jener Stelle deponierte. Das Material wurde anschliessend mit Caterpillars gleichmässig verteilt und seitdem scheiden sich im ganzen Land die Geister.
Derweil wird bei Monte Christi in Manzanillo an der Haitianischen Grenze das gleiche Spiel betrieben. Nur ging man dort sogar noch weiter und verteile das umstrittene Material sogleich zum sanieren der legendären örtlichen Schotterpisten auf den Strassen. Selbst eine strickte Anordnung der dominikanischen Staatsanwaltschaft wurde einfach negiert, welche besagt, das die Rockash bis auf weiteres nicht bewegt werden dürfe. Statt dessen schuf man bei Monte Christi einfach vollendete Tatsachen.
Soll man den nun den drei Angestellten im Hafen von Arroyo Barril glauben, die einem versichern, das das Material unbedenklich ist. Die drei haben an jenem Tag unseres Besuchs genug Zeit und Muße, sich mit uns zu unterhalten, denn im Hafen von Samana liegt derzeit kein einziges Schiff. Bei einer Tasse Kaffee im Schatten des Hafengebäudes sitzen wir gemeinsam auf gemütlichen Plastikstühlen – keine zweihundert Meter von der Halde entfernt. Sie wiederholen uns, was die Hafenverantwortlichen ihnen bezüglich des umstrittenen Materials mitgeteilt hatten. Alles sei völlig harmlos, man brauche es für den Strassenbau. Sie könnten sich gar nicht vorstellen, warum man wegen des Zeugs solch ein Aufheben macht und zeigen uns dabei ihre Arme und Beine – kein Anzeichen von Chlorakne zu sehen – also für sie harmlos. So einfach sei das! Als wir ihnen jedoch erzählen wie es einige Jahre zuvor den Haitianern bei Gonaive* erging, welche direkt mit der Rockash in Berührung kamen, schauen sie uns gross an. Speziell bei der Aussage, das sich die Geschlechtsteile der Haitianer im Lauf der Jahre unnatürlich verformt hatten, lässt sie ganz und gar nicht kalt und man langt sich verstohlen in den Schritt. Woher wir das denn wissen, werden wir gefragt. Nun, aus dem Internet! Da sie damit nicht viel anfangen können, löst etwas Erleichterung aus und die Mienen der drei Männer entspannen sich etwas.
Da sind aber noch die Anderen. Zum Beispiel jener Professor der freien Universität in Santo Domingo, der die Rockash in seinem Labor analysiert hatte und als hochgiftig einschätzte, wurde einfach fristlos entlassen. Die Analysen, welche durch die staatliche autonome Universität von Santo Domingo (UASD) am sogenannten “rock ash”, welches im Hafen von Arroyo Barril, in Samaná und im Hafen von Manzanillo bei Montecristi lagert, durchgeführt wurden, belegen, dass das Material hochgiftige Komponenten enthält. (Quelle: El Día &
www.domrep.ch) Die Dominikanische Umweltschutzbehörde wurde per Dekret der Regierung vor 2 Wochen praktisch über Nacht entmachtet und hat heute nur noch beobachtende Funktion. So kann es auch sein, das plötzlich 2 Nationalparks, die bislang strengen Umweltauflagen oblagen, zukünftig in touristische Zonen verwandelt werden können. Ausländische Investoren winken schon seit geraumer Zeit mit den Chequeheft.
Laut Informationen aus der Presse haben die Puertoricaner jenen für den Deal verantwortlichen Dominikanern zwischen 50 & 60 US$ pro Tonne Rockash bezahlt. Wenn man das grob zusammenrechnet kommt man bei den derzeit rund 90.000 t Rockash in der Dominikanischen Republik auf rund 4 Mio US$ oder in der Landeswährung auf die Summe von 200 Mio RD$. Klar ist, das das Geld längst in diversen Kanälen verschwunden ist und deshalb ist auch klar, warum man das Zeug so schnell wie möglich verarbeiten möchte (muss). Wer will schon den schönen Batzen Geld zurückbezahlen. Weiter ist klar, das die Puertoricaner den Müll nicht mehr zurückwollen, denn auch in Puerto Rico sind die Menschen wegen dem Giftmüll auf die Strasse gegangen und haben sich vehement gegen das Geschenk aus den USA gewehrt. Die Amerikaner selber verbieten auf amerikanischem Territorium den Transport von Rockash auf der Strasse und zu Wasser (es sei denn, ein Boot nimmt sich dem Material an, welches nicht unter US Flagge fährt). Eigenartig für ein Material, welches doch eigentlich völlig harmlos sein soll!
Es wäre interessant zu wissen, wer den Deal eingefädelt hatte und inwieweit die Verantwortlichen über die Beschaffenheit und Wirkung des Materials bescheid wussten. Es wird natürlich vermutet, das sich diese Leute völlig im klaren darüber waren, mit was sie es hier zu tun haben. Derartig rücksichtsloser Umgang mit der Natur und den Menschen ist in der Dominikanischen Republik nicht die Ausnahme.
Der Chef der Umweltgruppe der PLD-Partei, Paíno Abreu Collado sagt in einem Schreiben, welches an die Presse übergeben wurde, sagte, es verbirgt sich hinter dem ganzen Prozess die existierende Korruption an der Spitze des dominikanischen Staates. Er behauptet, dass bei den Verhandlungen über die Lagerung der Abfälle Mitarbeiter des Koordinators des
Präsidentschaftsprojekt Hipólito (PPH), Ing. Agr. Eligio Jáquez, teilgenommen haben. (Quelle: El Nacional) Ein Umweltbewusstsein im europäischen Sinne ist in diesem Land schlicht nicht vorhanden.
Trotzdem gilt es zu erwähnen, das zwischen 1986 – 88 die Amerikaner schon einmal versucht hatten, Rockash in der Dominikanischen Republik zu lagern. Die damalige Regierung hatte aber wie die von den Bahamas oder den Niederländischen Antillen seinerzeit dankend abgelehnt. Jene Ladung von 14.000 t wurde dann den Haitianern von Gonaive als Dünger angedreht. Als die Haitianer merkten, was man ihnen da so grosszügig hinterlassen hatte, wanden sie sich unter anderem auch an Greenpeace. Nachdem sich Greenpeace dann fast 10 Jahre lang für die Haitianer dafür eingesetzt hatte wurde die Rockash wieder entfernt und ist dabei auf wundersame Weise irgendwo im Meer verschwunden. (Quelle: Victor Fiorillo, der von Haiti berichtete, ist ein unabhängiger Schriftsteller aus Philadelphia. Liz Spikol (lspikol@philadelphiaweekly.com) ist Herausgeber von Philadelphia Weekly.)
Egal, ob so oder so, nun liegen derzeit rund 40.000 t auf dem Hafengelände von Arroyo Barril auf der Halbinsel Samana direkt am Wasser: Zum Teil wurde das Zeug durch starke Regenfälle der letzten Zeit in die Bucht von Samana geschwemmt. Auch als wir vor Ort waren sickerte ständig ein leichter Fluss kontaminiertes Wasser aus der Halde direkt ins Meer. Man mag nun hoffen, das das Zeug wirklich harmlos ist – aber daran glauben immer weniger Menschen. Wie lange die Bucht von Samana und deren Oekosystem das aushält, bleibt abzusehen.
Und unsere Offiziellen – was sagen die? Betretenes Schweigen herrscht.... Kim Bedall, oberste Waalschützerin und Merresbiologin in Samana – was meint die? Keine Ahnung, die macht sicher nach der erfolgreichen Whalewatchingsaison 2004 erst mal Urlaub. Gehört hat man im Zusammenhang mit Rockash von ihr noch nichts. Ob Wale wohl immun sind? Die Fische in der Bucht von Samana scheinen es jedenfalls nicht zu sein, denn in den Medien rät man heute davon ab, Fische aus der Region Samana zu essen und man sollte auch nicht unbedingt dort baden gehen. Was unternimmt die CESBE? Ich werde dieses Schreiben an CESBE weiterleiten.
Baden geht so der Aufschwung, welchen der Tourismus und die Menschen von Samana so dringend brauchen. So hatten sich die Uebernachtungs - Zahlen im letzten Halbjahr ja allmählich wieder erholt und man spricht von einer sehr erfolgreichen Saison. Die Hoteliers und andere Nutzniesser haben anscheinend ihre eigene Strategie im Umgang mit dem Thema Rockash gefunden. Sie schweigen geflissentlich. Bitte ja keinen Rummel – nichts sagen! Ob das allerdings der richtige Weg ist, ist zu bezweifeln. Nennt man das nicht „Vogel Strauss Politik“ ? Man kann ja eh nichts machen; hört man da oder das Ganze wird als Wahlkampf Thema abgetan.
Die Wahl ist am 16 Mai – von da an wird President Hippolito entweder noch ein weiteres halbes Jahr das Land zugrunde richten oder wie er hofft, weitere 4.5 Jahre. Es bleibt wirklich zu bezweifeln, ob irgend was Sinnvolles in nächster Zeit zum Thema Rockash getan wird. Trotzdem tickt da eine ökologische Zeitbombe. Die drei Hafenarbeiter sind jedenfalls noch zuversichtlich und trinken weiter ihren alltäglichen Kaffee. Kreuzfahrtschiffe sollen im Hafen von Arroyo Barril anlegen – falls den Dominikanern nichts Sinnvolles einfällt, kann man zukünftig auch dies bezweifeln. Und ob die Neckermänner das Ganze putzig finden, kann man sich auch ausrechnen. Samana ist ein Dornröschen, welches langsam und sanft vom schönen Prinzen Tourismus wachgeküsst werden soll......
.....Und wenn sie nicht gestorben sind dann?
Armes Samana
Bernd Appel,
Las Terrenas – Halbinsel Samana
http://www.the-samana-page.com/rockash.htm